Zur Person Otto Mauer

Monsignore Otto Mauer (1907–1973) war eine der wichtigsten Persönlichkeiten der Österreichischen Nachkriegskunst. Selbst begeisterter Sammler, war ihm daran gelegen, die österreichische Kunstszene nach dem zweiten Weltkrieg wieder an das internationale Geschehen heranzuführen – Österreich auf diese Weise in der Welt wieder zu verankern. Sein Augenmerk lag hierbei stets auch auf dem Dialog zwischen Kunst und Kirche.

1954 gründete er in der Grünangergasse 1 die Galerie St. Stephan. Hier konnte er sein Ziel, avancierte, zeitgenössische Kunst zu fördern, noch stärker vorantreiben. Anfangs galt sein Interesse vor allem der Informellen Malerei und damit besonders den vier jungen Malern Wolfgang Hollegha, Josef Mikl, Markus Prachensky und Arnulf Rainer, die sich 1956 zur Malergruppe St. Stephan zusammenschlossen. Die Galerie, die er aufgrund innerkirchlicher Kritik 1963 in Galerie nächst St. Stephan umbenennen musste, war nicht nur ein Ort für Ausstellungen zeitgenössischer Kunst, sondern auch offen für Lyriklesungen, Musik und Diskussionen - allen voran die berühmten „Internationalen Kunstgespräche“.

Otto Mauer war ein begnadeter Theologe und Redner, der seine Gabe, die Menschen zu begeistern, auch in Zeiten des Nationalsozialismus in regimekritischen Predigten und Veranstaltungen einsetzte, weswegen er öfters des Schutzes Kardinal Innitzers bedurfte.
Seine eigene, ca. 3000 Werke der klassischen Moderne und der österreichischen und internationalen Nachkriegsavantgarde umfassende Sammlung, ist seit 1980 dem Dom Museum Wien eingegliedert und erfährt mit der Neukonzeption des Hauses 2013-16 endlich eine angemessene Präsentation.